Verkehrsunfall
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Nutzungsausfall

Nach einem Verkehrsunfall kann das beschädigte Fahrzeug meist nicht mehr benutzt werden, etwa weil es nicht mehr verkehrssicher ist, weil im Falle eines Totalschadens ein Ersatzfahrzeug gekauft oder weil der Pkw für ein paar Tage zur Reparatur in die Werkstatt gebracht werden muss.

 

Wann kann ich eine Entschädigung für den Nutzungsausfall verlangen?

Fällt die Nutzungsmöglichkeit des Fahrzeugs aufgrund eines fremdverschuldeten Unfalls weg, hat der Geschädigte Anspruch auf Wiederherstellung des früheren Zustandes. Ihm muss also entweder ein Ersatzfahrzeug bezahlt werden (Mietwagen) oder er hat Anspruch auf finanziellen Ersatz des geldwerten Gebrauchsvorteils (Nutzungsausfall).

Voraussetzungen für den Anspruch auf Ersatz der Mietwagenkosten oder Nutzungsausfall sind:

• Nutzungswille

• Nutzungsmöglichkeit

• kein Verstoß gegen die Schadensminderungspflicht

Der Nutzungswille fehlt beispielsweise, wenn das verunfallte Fahrzeug unrepariert verkauft und und kein Ersatzfahrzeug angeschafft wird.

Die Nutzungsmöglichkeit entfällt zum Beispiel, wenn der Geschädigte durch den Unfall derart verletzt wurde, dass er ein Fahrzeug – ganz oder auch nur vorübergehend – nicht mehr führen kann.

Gegen die Schadensminderungspflicht hat u. a. der Geschädigte verstoßen, der nicht für eine möglichst rasche und zügige Reparaturdurchführung Sorge trägt. Gleiches gilt für denjenigen, der nur wenig fährt (keine 10 km am Tag) und ohne weiteres auf öffentliche Verkehrsmittel oder ein Taxi ausweichen könnte.

 

Wie hoch ist die Nutzungsausfallentschädigung?

Die Höhe der Nutzungsausfallentschädigung wird bei privat genutzten Fahrzeugen üblicherweise nach der Tabelle von Sanden/Danner/Küppersbusch berechnet.

In diesen Tabelle sind die verschiedenen Fahrzeugtypen in Gruppen eingeordnet. Die Höhe des Nutzwertes ergibt sich aus der jeweiligen Eingruppierung. Für Fahrzeuge, die zur Gruppe A gerechnet werden, ist die Nutzungsausfallentschädigung mit 23,-- € pro Tag am niedrigsten; in der Gruppe L ist die Entschädigung mit 175,-- € pro Tag am höchsten.

Wenn Ihr verunfalltes Fahrzeug älter als fünf Jahre ist, wird es üblicherweise der nächstniedrigeren Gruppe zugeordnet.

Ist Ihr Fahrzeuge älter als zehn Jahre, wird die Entschädigung für den Nutzungsausfall oftmals nach der Höhe der Vorhaltekosten berechnet. Teilweise wird auch hier die Tabelle Sanden/Danner/Küppersbusch angewendet, wobei die Entschädigung halbierten oder aus der zwei Gruppen niedrigeren Gruppe entnommen wird.

Für motorisierte Zweiräder, Geländewagen und Wohnmobile gibt es spezielle Nutzungsausfalltabelle.

 

Unter Umständen kann auch für ein Fahrrad Nutzungsausfall verlangt werden, wenn es als tägliches Transportmittel genutzt wird.

 

Was ist bei einem Mietwagen zu beachten?

Grundsätzlich kann der Geschädigte ein gleichwertiges Fahrzeug anmieten. Abgezogen werden in diesem Fall aber sogenannte „ersparte Eigenaufwendungen“ mit ca. 5 bis 10 % des Mietwagenpreises, da Ihr eigenes Fahrzeug während der Mietzeit nicht benutzt wird und somit auch keinem Verschleiß unterliegt.

Um Kürzungen zu vermeiden, sollten Sie einen günstigeren Mietwagen einer niedrigeren Klasse anmieten.

 

Muss ich unterschiedliche Angebote einholen?

Vertrauen Sie nicht darauf, dass Ihre Mietwagenrechnung vom Versicherer ohne weiteres übernommen wird.

Zur Markterforschung sind Sie zwar nicht verpflichtet. Allerdings sind Sie gut beraten, wenn Sie mindestens drei lokale Mietwagenunternehmen nach den aktuellen Preisen fragen, bevor Sie ein Fahrzeug – natürlich zum günstigsten Angebot - anmieten.

Mieten Sie möglichst nicht zum sogenannten Unfallersatztarif. Dieser Tarif liegt im Regelfall erheblich über den Normaltarifen für Selbstzahler und wird von Versicherern nur teilweise übernommen. Auf den restlichen Kosten bleibt der Geschädigte dann meist sitzen.

 

Schwacke, Fraunhofer oder Fracke?

Die derzeit beliebteste Spielwiese der Haftpflichtversicherer ist die Kürzung von Mietwagenrechnungen, zumal sich die Rechtsprechung uneins ist. Keine andere Schadensposition löst so viel Streit aus wie die Mietwagenkosten.

 

Das liegt daran, dass zur Berechnung der Höhe der Nutzungsausfallentschädigung bei privat genutzten Fahrzeugen seit Jahren die beiden erheblich voneinander abweichenden Mietpreisspiegel der Schwacke-Bewertungs GmbH („Schwacke-Liste“) und des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO („Fraunhofer-Liste“) zur Auswahl stehen. Die Kombination aus beiden Tabellenwerken wird „Fracke“ genannt.

 

Die Schwacke-Liste wird von vorwiegend klein- und mittelständischen Mietwagenunternehmen herausgegeben. Herausgeber der Fraunhofer-Liste ist die Versicherungswirtschaft. Dass beide Tabellenwerke ganz unterschiedliche Tagespreise vorsehen, liegt angesichts der Interessengegensätze zwischen Mietwagenunternehmen und Versicherern auf der auf der Hand.

 

Wegen der erheblichen Probleme mit Versicherern und der uneinheitlichen Rechtsprechung bei der Erstattung von Mietwagenkosten kann derzeit nur dringend geraten werden, die Zeit des Ausfalls anderweitig zu überbrücken und dann den sogenannten „Nutzungsausfall“ zu verlangen.

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